Idealgewicht-Rechner
Drei verbreitete Formeln, drei unterschiedliche Ergebnisse. Der Rechner zeigt alle nebeneinander – und erklärt, warum keine davon ein „ideales" Gewicht bestimmen kann.
Ihre Angaben
Die drei Formeln im Vergleich
| Formel | Rechenweg | Herkunft |
|---|---|---|
| BMI-Spanne | 18,5 bis 25 × (Größe in m)² | WHO-Klassifikation, Bevölkerungsstatistik |
| Broca | (cm − 100), davon −10 % (m) bzw. −15 % (w) | 19. Jahrhundert, Faustformel |
| Devine | 50 kg (m) bzw. 45,5 kg (w) + 2,3 kg je Zoll über 5 Fuß | Medizin, ursprünglich für Medikamentendosierung |
Warum die Ergebnisse auseinandergehen
Die Formeln beantworten unterschiedliche Fragen. Die BMI-Spanne beschreibt, in welchem Bereich die Sterblichkeit in großen Bevölkerungsstudien am niedrigsten war. Broca ist eine Merkregel aus einer Zeit ohne Statistik. Devine wurde entwickelt, um Wirkstoffmengen zu berechnen – ein völlig anderer Zweck.
Keine davon kennt Ihre Muskelmasse, Ihren Körperbau oder Ihre Fitness. Die Abweichungen zwischen den Formeln – oft zehn Kilogramm und mehr – zeigen deutlich, wie wenig belastbar ein einzelner Zielwert ist.
Wenn Sie etwas verändern wollen
- Kleine, dauerhaft durchhaltbare Änderungen wirken besser als kurze radikale Phasen.
- Krafttraining erhält Muskelmasse – ohne sie sinkt der Grundumsatz beim Abnehmen stark.
- Ein moderates Defizit von 300 bis 500 Kilokalorien täglich reicht aus; den Bedarf ermittelt der Kalorienbedarf-Rechner.
- Bei bestehenden Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei sehr großen gewünschten Veränderungen gehört die Begleitung durch Ärztin oder Diätologin dazu.
Häufige Fragen
Welche Formel ist die richtige?
Keine. Alle drei sind Näherungen, die aus unterschiedlichen Zusammenhängen stammen. Die BMI-Spanne ist am breitesten anerkannt, weil sie einen Bereich statt eines Punktwerts angibt – das entspricht der Realität besser. Broca und Devine liefern einzelne Zahlen und suggerieren damit eine Genauigkeit, die es nicht gibt.
Woher kommt die Broca-Formel?
Vom französischen Arzt Paul Broca, aus dem 19. Jahrhundert: Körpergröße in Zentimetern minus 100 ergibt das Normalgewicht in Kilogramm. Das Idealgewicht wird davon nochmals um 10 Prozent (Männer) beziehungsweise 15 Prozent (Frauen) abgezogen. Die Formel ist einfach zu merken, wird bei sehr großen und sehr kleinen Menschen aber deutlich ungenau.
Wofür wird die Devine-Formel verwendet?
Sie stammt aus der Medizin und wurde ursprünglich für die Dosierung von Medikamenten entwickelt, nicht als Empfehlung für ein Wunschgewicht. Deshalb liefert sie tendenziell niedrigere Werte als der BMI-Normalbereich.
Gibt es überhaupt ein ideales Gewicht?
Nicht als eine Zahl. Studien finden das niedrigste Sterberisiko über einen recht breiten Bereich, der sich mit dem Alter nach oben verschiebt. Entscheidender als das Gewicht selbst sind Fettverteilung, Muskelmasse, Fitness, Blutdruck und Stoffwechselwerte. Ein stabiles Gewicht im Normalbereich bei regelmäßiger Bewegung ist ein sinnvolleres Ziel als eine bestimmte Zahl auf der Waage.