Jobinserat richtig schreiben: Was gehört rein – und was besser nicht

Ein gutes Jobinserat entscheidet oft darüber, wer sich bewirbt – und ob sich überhaupt jemand bewirbt. Viele Inserate scheitern nicht am Job selbst, sondern an unklaren, überladenen oder abschreckenden Texten. Hier findest du eine klare, praxisnahe Anleitung: Was solltest du schreiben – und was lieber weglassen?

Was ein gutes Jobinserat unbedingt enthalten sollte

1. Klare Jobbezeichnung

Die Jobbezeichnung muss verständlich, suchbar und ehrlich sein. Fantasie-Titel bringen nichts, wenn niemand danach sucht.

  • Gut: „Online Marketing Manager (m/w/d)“
  • Gut: „Bürokaufmann / Bürokauffrau (Teilzeit)“
  • Schlecht: „Marketing Ninja“ oder „Office Hero“

2. Kurze Einleitung: Worum geht es?

In 2–3 Sätzen erklären: Wer seid ihr? und warum gibt es diese Stelle?

  • Unternehmen / Branche
  • Warum wird gesucht (Wachstum, Ersatz, neues Projekt)
  • Arbeitsort oder Remote-Hinweis

3. Konkrete Aufgabenbeschreibung

Bewerber wollen wissen, was sie wirklich tun werden. Keine Buzzwords, sondern echte Tätigkeiten.

  • 3–6 klare Aufgabenpunkte
  • Alltag beschreiben, nicht nur Ziele
  • Verantwortungsbereich realistisch darstellen

4. Anforderungen – realistisch und ehrlich

Anforderungen sollten filtern, aber nicht abschrecken. Trenne klar zwischen Muss und Kann.

  • Notwendige Qualifikationen
  • Relevante Erfahrung oder Ausbildung
  • Soft Skills, die wirklich wichtig sind

5. Das Angebot: Warum sollte man sich bewerben?

Gute Bewerber haben Auswahl. Sag ihnen, was sie bei euch bekommen.

  • Gehaltsspanne (wenn möglich)
  • Arbeitszeitmodell (Vollzeit, Teilzeit, flexibel)
  • Homeoffice / Remote-Regelung
  • Benefits (Urlaub, Weiterbildung, Team, Sicherheit)

6. Klarer Bewerbungsprozess

Mach es einfach. Je komplizierter der Prozess, desto weniger Bewerbungen.

  • Was soll geschickt werden? (Lebenslauf reicht oft)
  • E-Mail oder Onlineformular?
  • Ansprechperson nennen

Was du in einem Jobinserat besser NICHT schreiben solltest

1. Leere Floskeln

Diese Sätze sagen nichts aus und wirken austauschbar:

  • „junges, dynamisches Team“
  • „spannende Herausforderungen“
  • „flache Hierarchien“ (ohne Erklärung)

2. Überzogene Anforderungen

Niemand ist motiviert, wenn er 100 % erfüllen muss.

  • Keine endlosen Anforderungskataloge
  • Keine unrealistischen Kombis (z. B. Junior + 10 Jahre Erfahrung)
  • Keine versteckten Alters- oder Geschlechtsfilter

3. Negative oder drohende Formulierungen

Ein Jobinserat ist Werbung – keine Warnung.

  • „Nur belastbare Persönlichkeiten“
  • „Hohe Stressresistenz zwingend notwendig“
  • „Überstunden sind selbstverständlich“

4. Unklare Gehaltsangaben

„Attraktive Bezahlung“ ohne Zahl wirkt heute oft abschreckend. Transparenz schafft Vertrauen.

5. Diskriminierende Inhalte

Angaben zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Familienstand oder Gesundheit haben im Inserat nichts verloren.

Die ideale Länge eines Jobinserats

  • Zu kurz: wirkt unseriös oder unklar
  • Zu lang: wird nicht gelesen
  • Ideal: 400–700 Wörter, gut strukturiert

Kurze Checkliste vor dem Veröffentlichen

  • Ist klar, was der Job wirklich ist?
  • Versteht man die Aufgaben ohne Vorwissen?
  • Wird klar, was der Bewerber davon hat?
  • Ist der Bewerbungsweg einfach?

Fazit: Ein gutes Jobinserat ist ehrlich, konkret und respektvoll. Es verkauft nicht nur eine Stelle – sondern auch Vertrauen.