Am 28. Februar wird weltweit der Tag der Seltenen Erkrankungen begangen. Diese spezielle Art von Krankheiten betrifft in Österreich schätzungsweise 400.000 Menschen. Trotz der geringen Häufigkeit jeder einzelnen Erkrankung summiert sich die Zahl der Betroffenen, was besondere Herausforderungen für das Gesundheitssystem mit sich bringt.

Was sind seltene Erkrankungen?

Eine Erkrankung gilt als selten, wenn weniger als fünf von 10.000 Menschen davon betroffen sind. Dennoch gibt es über 6.000 verschiedene seltene Krankheiten, die oft genetisch bedingt sind und meist chronisch verlaufen. Die Bandbreite reicht von Stoffwechselstörungen bis zu seltenen Krebsarten.

Herausforderungen in Österreich

Die Diagnose einer seltenen Erkrankung ist oft langwierig und kompliziert. Betroffene und ihre Familien sehen sich häufig mit einem Mangel an Informationen und Spezialist:innen konfrontiert. Die Folge sind nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale und finanzielle Belastungen.

In Österreich bestehen mehrere Anlaufstellen, die sich speziell mit seltenen Erkrankungen befassen. Dazu gehört das „Zentrum für seltene Krankheiten“ an der Medizinischen Universität Wien, das sich der Forschung und Vernetzung widmet. Diese Zentren bieten den Betroffenen interdisziplinäre Teams, die sich um Diagnostik und Therapie kümmern.

Initiativen und Vernetzung

Um die Versorgungslage zu verbessern, hat Österreich nationale Pläne und Initiativen ins Leben gerufen. Ein wichtiges Instrument ist der Nationale Aktionsplan für seltene Krankheiten, der Strategien zur besseren Vernetzung von Spezialist:innen sowie zur Förderung der Forschung und Patienteninformation umfasst.

Auf europäischer Ebene ist Österreich Teil von Netzwerken wie den Europäischen Referenznetzwerken (ERN), die darauf abzielen, Wissen und Ressourcen über Ländergrenzen hinweg zu teilen. Diese Netzwerke ermöglichen es, Patient:innen Zugang zu Expert:innen in ganz Europa zu verschaffen.

Blick in die Zukunft

Trotz der Fortschritte bleibt viel zu tun. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen könnte neue Möglichkeiten bieten, etwa durch den Einsatz von Telemedizin und digitalen Plattformen, die Patient:innen und Ärzt:innen besser vernetzen. Auch die genetische Forschung verspricht neue Ansätze für Diagnose und Therapie.

Der Tag der Seltenen Erkrankungen erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Betroffenen nicht zu übersehen. Durch nationale und internationale Zusammenarbeit kann es gelingen, die Situation für Menschen mit seltenen Erkrankungen nachhaltig zu verbessern.