Der Tabakkonsum unter Jugendlichen erlebt auch in Österreich einen besorgniserregenden Aufschwung. Was einst als 'cool' galt, scheint durch Marketingstrategien mit Geschmacksrichtungen wie Coca-Cola, Strawberry-Kiwi oder gar Salted Caramel eine Renaissance zu erleben. Doch was bedeutet das für die öffentliche Gesundheit und welche Maßnahmen werden ergriffen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Die Lage in Österreich

In den letzten Jahren wurde in Österreich ein Rückgang des Tabakkonsums insgesamt verzeichnet, doch bei Jugendlichen zeigt sich ein anderes Bild. Laut einer Studie des Instituts für Gesundheitsförderung und Prävention (IFGP) greifen immer mehr junge Menschen zu Zigaretten und E-Zigaretten. Dabei sind es vor allem die aromatisierten Produkte, die das Interesse wecken.

Der Trend zu diesen Geschmacksrichtungen ist nicht zufällig. Die Tabakindustrie hat erkannt, dass junge Menschen eher zu Produkten greifen, die vermeintlich harmloser und attraktiver sind. Der süße Duft eines Erdbeer-Kiwi-Dampfes oder der vertraute Geschmack von Cola machen den Einstieg leicht.

Gesetzliche Maßnahmen und Initiativen

Auf politischer Ebene gibt es Bestrebungen, dem entgegenzuwirken. Bereits 2019 wurde in Österreich das Verkaufsalter für Tabakwaren auf 18 Jahre angehoben, eine Maßnahme, die jedoch nur bedingt Wirkung zeigt. Die Kontrollen sind oft lückenhaft, und der Zugang zu Tabakprodukten bleibt für viele Jugendliche relativ einfach.

Initiativen wie 'Rauchfrei leben' oder 'Xund und du' versuchen, durch Aufklärung und Präventionsprogramme in Schulen und Jugendzentren das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken zu schärfen. Doch der Einfluss der Industrie und die Verlockung der aromatisierten Produkte sind nicht zu unterschätzen.

Was kann getan werden?

Experten fordern strengere Regulierungen für die Vermarktung und den Verkauf von aromatisierten Tabakprodukten. Ein vollständiges Verbot solcher Geschmäcker wird diskutiert, um den Einstieg ins Rauchen weniger attraktiv zu machen. Gleichzeitig sind flächendeckende Aufklärungskampagnen notwendig, die nicht nur die Gefahren des Rauchens, sondern auch die Manipulationstaktiken der Tabakindustrie aufzeigen.

Ein weiterer Ansatz könnte die Förderung von Alternativen wie Nikotinersatztherapien sein, die helfen, die Nikotinsucht zu bekämpfen, bevor sie sich manifestiert. Zudem könnte eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern und Gesundheitsbehörden helfen, den jugendlichen Tabakkonsum nachhaltig zu reduzieren.

Es bleibt abzuwarten, ob Österreich es schafft, den Tabakkonsum unter Jugendlichen einzudämmen. Die Herausforderung besteht darin, die Faszination für aromatisierte Produkte zu durchbrechen und ein Bewusstsein für die langfristigen Risiken zu schaffen.