In den letzten Jahren haben Hitzewellen in Österreich zugenommen und stellen eine wachsende Herausforderung für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Gesundheit neue Hitzeschutzpläne vorgestellt, die den bestehenden „Hitzeschutzplan Gesundheit“ erweitern. Diese Pläne zielen darauf ab, die Bereiche Sport, Apotheken und psychotherapeutische Praxen besser auf extreme Temperaturen vorzubereiten.

Was beinhalten die neuen Hitzeschutzpläne?

Die neuen Pläne fokussieren sich darauf, praxisnahe Maßnahmen zu etablieren, die sowohl individuell als auch strukturell umsetzbar sind. Für den Bereich Sport bedeutet das beispielsweise, dass Vereine und Sportstätten verstärkt auf kühlere Tageszeiten ausweichen und ausreichend Trinkstationen bereitstellen sollten. Auch wird empfohlen, intensive Trainingseinheiten bei hohen Temperaturen zu vermeiden.

Apotheken sollen als Anlaufstellen für hitzebedingte Beschwerden fungieren. Sie können wichtige Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Hitzeschäden bieten und ihre Kund:innen über geeignete Produkte informieren, die bei der Abkühlung helfen.

In psychotherapeutischen Praxen wird der Fokus auf die mentale Belastung durch Hitze gelegt. Extreme Temperaturen können Stress verstärken und bestehende psychische Erkrankungen verschlimmern. Entsprechende Maßnahmen und Beratungen sollen hier Abhilfe schaffen.

Praktische Tipps für den Alltag

Abseits der institutionellen Maßnahmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie sich jede:r Einzelne im Alltag vor der Hitze schützen kann:

  • Trinken, trinken, trinken: Achten Sie darauf, mindestens zwei Liter Wasser über den Tag verteilt zu trinken. Bei hoher körperlicher Aktivität oder starker Hitze kann der Bedarf höher sein.
  • Kühle Räume schaffen: Halten Sie Fenster und Vorhänge tagsüber geschlossen und lüften Sie in den kühleren Abendstunden.
  • Leichte Kleidung: Tragen Sie helle, luftdurchlässige Kleidung aus Naturfasern, um die Körpertemperatur zu regulieren.
  • Aktivitäten planen: Verlegen Sie körperliche Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
  • Auf die Ernährung achten: Leichte Mahlzeiten wie Salate und Obst sind leichter verdaulich und belasten den Körper weniger.

Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe

Der Schutz vor Hitze ist nicht nur eine individuelle Aufgabe, sondern auch eine, die die Gemeinschaft betrifft. Arbeitgeber sollten beispielsweise flexible Arbeitszeiten in Betracht ziehen, um der Hitze auszuweichen. Auch der Austausch unter Nachbarn kann helfen, besonders gefährdete Personen wie ältere Menschen zu unterstützen.

Mit den neuen Hitzeschutzplänen zieht das Gesundheitsministerium die richtigen Lehren aus den vergangenen heißen Sommern. Doch es ist wichtig, dass diese Maßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in der Praxis umgesetzt werden. Nur so kann ein effektiver Schutz für alle gewährleistet werden.