Ab dem vierten Quartal 2024 müssen österreichische Krankenhäuser eine neue Regelung befolgen: die systematische Erfassung des Pflegepersonalbedarfs. Diese Maßnahme, die durch die Pflegepersonalbemessungsverordnung (PPR2.0) geregelt wird, tritt am 1. Juli 2024 in Kraft und markiert einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung der Bedingungen im Pflegebereich.

Worum geht es bei der Pflegepersonalbemessung?

Die Pflegepersonalbemessung zielt darauf ab, eine realistische Einschätzung des erforderlichen Personals in Krankenhäusern zu ermöglichen. Dabei sollen die tatsächlichen Bedürfnisse der Patient:innen und die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte berücksichtigt werden. Diese Erfassung wird quartalsweise durchgeführt, wobei die ersten Daten bis zum 31. Januar 2025 eingereicht werden müssen.

Herausforderungen und Chancen für Krankenhäuser

Für die Krankenhäuser bedeutet dies zunächst einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Es müssen neue Systeme und Prozesse etabliert werden, um die Erfassung und Übermittlung der Daten zu gewährleisten. Doch auf lange Sicht bietet die Verordnung auch Chancen: Sie ermöglicht eine bessere Ressourcenplanung und kann zu einer Entlastung des Pflegepersonals führen, indem Arbeitsbelastungen gerechter verteilt werden.

Die genaue Ermittlung des Personalbedarfs kann zudem helfen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Das könnte letztlich auch die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte erhöhen, was in Zeiten des Fachkräftemangels von großer Bedeutung ist.

Auswirkungen auf das Pflegepersonal

Für das Pflegepersonal selbst könnte die neue Regelung eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bedeuten. Durch eine präzisere Bemessung des Personalbedarfs wird es möglich, die Pflegeressourcen effizienter einzusetzen. Dies könnte zu einer Reduktion von Überstunden und einer besseren Work-Life-Balance führen.

Allerdings hängt der Erfolg der Verordnung auch davon ab, wie gut sie in der Praxis umgesetzt wird. Eine bloße Erfassung der Daten ohne entsprechende Maßnahmen zur Anpassung der Personalschlüssel wird wenig Effekt zeigen. Hier sind sowohl die Krankenhäuser als auch die politischen Entscheidungsträger gefragt, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Obwohl die Einführung der Pflegepersonalbemessungsverordnung mit Herausforderungen verbunden ist, stellt sie einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung in Österreich dar. Sie bietet die Chance, die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten und die Zufriedenheit der Patient:innen zu erhöhen.

Für die österreichische Gesundheitslandschaft bedeutet dies, dass die Weichen für eine zukunftsfähige Pflegeinfrastruktur gestellt werden. Nun liegt es an den Beteiligten, diese Chance zu nutzen und die erfassten Daten in konkrete Verbesserungen umzuwandeln.