Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet weltweit mit großen Schritten voran. Ein zentrales Element dieser Entwicklung ist die elektronische Patientenakte (ePA), die in einigen Ländern bereits erfolgreich implementiert wurde. Doch wie sieht es in Österreich aus?
Die ePA: Was ist das eigentlich?
Die elektronische Patientenakte ist ein digitales System zur Speicherung und Verwaltung von Gesundheitsdaten. Sie ermöglicht es Patient:innen, Ärzt:innen und anderen Gesundheitsdienstleistern, auf medizinische Informationen zuzugreifen und diese zu teilen. Ziel ist es, die Effizienz und Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern, indem relevante Informationen schnell und unkompliziert verfügbar sind.
Österreichs Status quo
In Österreich gibt es bereits mit der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) ein System, das der ePA ähnelt. ELGA ermöglicht es Bürger:innen, ihre Gesundheitsdaten wie Befunde und Medikationspläne online einzusehen. Allerdings ist die Nutzung von ELGA noch nicht flächendeckend oder verpflichtend, und viele Menschen stehen dem System skeptisch gegenüber, vor allem aufgrund von Datenschutzbedenken.
Vorteile der Digitalisierung
Die Einführung einer umfassenden ePA könnte zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Erstens würden medizinische Informationen zentral und jederzeit zugänglich sein, was Doppeluntersuchungen vermeiden und die Behandlungsqualität erhöhen könnte. Zweitens könnte die ePA dazu beitragen, Gesundheitskosten zu senken, da effizientere Prozesse und eine bessere Abstimmung zwischen den Gesundheitsdienstleistern möglich wären.
Herausforderungen und Bedenken
Trotz der potenziellen Vorteile gibt es auch Herausforderungen. Der Schutz sensibler Gesundheitsdaten steht an oberster Stelle. Die Sorge um Datensicherheit und mögliche Missbrauchsfälle ist berechtigt und muss durch strenge Sicherheitsmaßnahmen und klare gesetzliche Regelungen adressiert werden. Zudem muss die technische Infrastruktur in Österreich weiter ausgebaut werden, um eine flächendeckende Nutzung zu ermöglichen.
Der Blick in die Zukunft
Für Österreich könnte die umfassende Einführung der ePA ein bedeutender Schritt in Richtung eines modernen und effizienten Gesundheitssystems sein. Doch es braucht Zeit, um die Technologie zu etablieren und das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Ein schrittweises Vorgehen unter Einbeziehung aller relevanten Interessengruppen scheint der richtige Weg zu sein.
Die Erfahrungen aus anderen Ländern, die bereits weiter in der Implementierung der ePA sind, können wertvolle Erkenntnisse liefern. Österreich hat die Chance, von diesen zu lernen und die Digitalisierung des Gesundheitswesens zum Vorteil aller Bürger:innen voranzutreiben.