Die Kreuzfahrtindustrie feiert derzeit ein Comeback, das seinesgleichen sucht. Nach den pandemiebedingten Rückschlägen sind die Buchungszahlen höher als je zuvor. Doch während die schwimmenden Hotelpaläste voll ausgelastet sind, stellen sich immer mehr Menschen die Frage nach den ökologischen Auswirkungen dieser Form des Reisens.
Ein Boom mit Konsequenzen
Kreuzfahrten bieten Reisenden die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit mehrere Länder und Kulturen zu erleben, ohne permanent die Koffer packen zu müssen. Dieser Komfort hat seinen Preis: Die Umweltauswirkungen von Kreuzfahrtschiffen sind erheblich. Ein einziges großes Kreuzfahrtschiff kann pro Tag so viel CO2 ausstoßen wie 84.000 Autos. Zusätzlich belasten Schwefeloxide und Stickoxide die Luftqualität, vor allem in Hafenstädten.
Nachhaltigkeit an Bord?
Angesichts dieser Zahlen bemühen sich einige Reedereien um nachhaltigere Lösungen. Dazu gehören der Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) als Treibstoff, der Einbau von Abgasreinigungssystemen sowie die Nutzung von Landstromanschlüssen in Häfen, um die Motoren während der Liegezeit abzuschalten. Auch das Thema Müllentsorgung an Bord wird zunehmend in den Fokus gerückt.
Einige Kreuzfahrtanbieter setzen zudem auf kleinere Schiffe, die sowohl den Treibstoffverbrauch senken als auch die Möglichkeit bieten, abgelegene, weniger frequentierte Reiseziele anzusteuern. Diese „Expeditionskreuzfahrten“ sprechen eine wachsende Zielgruppe von umweltbewussten Reisenden an, die fernab der Massen unterwegs sein möchten.
Startpunkt Österreich: Eine Option?
Für Österreicher:innen gibt es zwar keine direkten Abfahrtshäfen, doch die Nähe zu den Donaukreuzfahrten bietet eine interessante Alternative. Diese Flusskreuzfahrten sind nicht nur weniger belastend für die Umwelt, sondern ermöglichen auch eine komfortable Erkundungstour durch mehrere europäische Länder. Zudem sind sie oft günstiger als ihre großen Ozean-Pendants.
Fazit: Eine bewusste Entscheidung treffen
Wer sich für eine Kreuzfahrt entscheidet, sollte sich der ökologischen Auswirkungen bewusst sein und nach Möglichkeiten suchen, seinen Fußabdruck zu minimieren. Die Wahl eines Anbieters, der sich für nachhaltige Praktiken engagiert, kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Letztlich liegt es an den Reisenden selbst, durch ihr Verhalten und ihre Entscheidungen den Markt zu beeinflussen und damit den Weg für umweltfreundlichere Kreuzfahrten zu ebnen.