Wie lange dauert die Kältewelle in Europa noch an?

Große Teile Europas erleben derzeit eine ausgeprägte Kältephase mit teils zweistelligen Minusgraden, Schnee bis in tiefe Lagen und anhaltendem Frost. Viele Menschen fragen sich: Handelt es sich nur um ein kurzes Winterintermezzo – oder bleibt uns die Kälte noch länger erhalten? Ein Blick auf Wetterlage, Großwettermodelle und mögliche Entwicklungen gibt eine fundierte Einschätzung.

Aktuelle Wetterlage: Kalte Luft bleibt über Europa blockiert

Ursache der aktuellen Kälte ist eine stabile Großwetterlage, bei der kalte Luftmassen aus dem Norden und Osten Europas immer wieder nach Süden vordringen. Hochdruckgebiete blockieren dabei mildere Atlantikluft, die normalerweise für einen Temperaturausgleich sorgen würde.

Besonders betroffen sind derzeit:

  • Mitteleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz)
  • Osteuropa und der Balkan
  • Skandinavien mit teils extremen Tiefstwerten

Wie lange rechnen Meteorologen noch mit Kälte?

Die meisten aktuellen Wettermodelle zeigen, dass die Kältewelle nicht kurzfristig endet. Stattdessen bleibt Europa voraussichtlich noch über einen längeren Zeitraum unter dem Einfluss kalter Luftmassen.

Zeitrahmen laut aktuellen Prognosen

  • Kurzfristig (7–10 Tage): Weiterhin winterlich kalt, häufige Frosttage, regional Schneefall oder gefrierender Nebel.
  • Mittelfristig (bis Anfang/Mitte Februar): Kälte bleibt in vielen Regionen bestehen, nur kurze mildere Phasen möglich.
  • Langfristig (Februar-Ausblick): Erste Anzeichen für eine allmähliche Abschwächung der Kälte, allerdings mit Unsicherheiten.

Warum hält sich die Kälte so hartnäckig?

Eine zentrale Rolle spielt der sogenannte Polarwirbel. Dieser hält normalerweise die extrem kalte Luft über der Arktis zusammen. In diesem Winter zeigt sich der Polarwirbel jedoch instabil, wodurch Kaltluft immer wieder nach Europa ausbrechen kann.

Zusätzlich sorgen blockierende Hochdrucksysteme dafür, dass:

  • milde Westwinde vom Atlantik ausgebremst werden
  • kalte Kontinentalluft länger über Europa verweilt
  • sich Frostlagen über Tage oder Wochen festsetzen können

Regionale Unterschiede innerhalb Europas

Mitteleuropa

In Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt es vielerorts winterlich. Dauerfrost ist vor allem in höher gelegenen Regionen wahrscheinlich, während es in Tieflagen zumindest nachts häufig unter null Grad geht.

Nordeuropa

Skandinavien bleibt klar im Einfluss arktischer Luft. Hier sind weiterhin sehr tiefe Temperaturen und lange Frostperioden zu erwarten.

Südeuropa

Auch im Mittelmeerraum ist es kälter als üblich. Zwar liegen die Temperaturen meist über dem Gefrierpunkt, doch Nachtfrost, Schneefälle in höheren Lagen und ungewöhnlich kühle Tage sind möglich.

Gibt es Anzeichen für eine Wetterwende?

Einige Wettermodelle deuten darauf hin, dass sich im Verlauf des Februars die großräumige Wetterzirkulation langsam ändern könnte. Das würde bedeuten:

  • häufigere Westlagen mit milderer Luft
  • mehr Niederschlag statt Dauerfrost
  • allmählicher Temperaturanstieg, zuerst im Westen Europas

Allerdings sind solche Entwicklungen in der Langfristprognose noch mit Unsicherheiten behaftet. Schon kleine Änderungen in der Atmosphäre können dazu führen, dass sich die Kälte erneut verlängert.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die anhaltende Kälte kann Auswirkungen haben auf:

  • Heizkosten und Energieverbrauch
  • Verkehr (Glatteis, Schneefall, Verzögerungen)
  • Landwirtschaft und Infrastruktur
  • Gesundheit, insbesondere bei älteren Menschen

Experten raten daher weiterhin zu wintertauglicher Vorbereitung, insbesondere in Regionen mit Dauerfrost oder häufigem Schneefall.

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass Europa noch einige Zeit mit winterlicher Kälte rechnen muss, auch wenn einzelne mildere Phasen zwischendurch möglich sind.

Lupe.at Redaktion

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