In unserer schnelllebigen Arbeitswelt kann ein Streik im Nahverkehr für viele Arbeitnehmer zu einem unerwarteten Hindernis werden. Doch was bedeutet das Wegerisiko eigentlich und welche Rechte und Pflichten haben Arbeitnehmer in Österreich?

Das Wegerisiko bleibt beim Arbeitnehmer

Grundsätzlich gilt in Österreich das Prinzip des Wegerisikos. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen – auch bei einem Streik im Nahverkehr. Sollte es also zu Verspätungen kommen oder gelingt es gar nicht, zur Arbeit zu erscheinen, liegt das Risiko beim Arbeitnehmer.

Rechtlich gesehen sind Arbeitgeber nicht verpflichtet, Mitarbeiter zu bezahlen, die wegen eines Streiks nicht zur Arbeit erscheinen können. Eine Ausnahme besteht, wenn im Arbeitsvertrag explizit eine Regelung getroffen wurde, die dem Arbeitnehmer im Falle höherer Gewalt, zu der auch Streiks zählen können, das Gehalt sichert. Solche Regelungen sind jedoch selten.

Praktische Tipps für Pendler

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, können Arbeitnehmer einige Vorkehrungen treffen:

  • Frühzeitig informieren: Bleiben Sie über Streikankündigungen auf dem Laufenden. Informationen finden sich oft auf den Websites der Verkehrsbetriebe oder in den lokalen Nachrichten.
  • Alternative Routen planen: Überlegen Sie im Voraus, welche anderen Verkehrsmittel oder Routen infrage kommen könnten. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, Fahrgemeinschaften zu bilden oder auf ein Fahrrad umzusteigen.
  • Homeoffice-Option prüfen: Wenn Ihr Job es zulässt, sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die Möglichkeit von Homeoffice während der Streikzeiten. Viele Unternehmen haben seit der Pandemie flexible Arbeitsmodelle eingeführt.
  • Frühzeitig losfahren: Planen Sie mehr Zeit für Ihren Arbeitsweg ein. Versuchen Sie, zu Stoßzeiten bereits am Arbeitsplatz zu sein, um Verzögerungen zu vermeiden.

Kommunikation mit dem Arbeitgeber

Eine offene und rechtzeitige Kommunikation mit dem Arbeitgeber ist entscheidend. Informieren Sie Ihren Vorgesetzten frühzeitig über mögliche Verspätungen und die getroffenen Maßnahmen, um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Zeigen Sie, dass Sie proaktiv mit der Situation umgehen, um Verständnis für eventuelle Unannehmlichkeiten zu fördern.

Insgesamt erfordert ein Streik im Nahverkehr Flexibilität und Organisationstalent von Arbeitnehmern. Mit den richtigen Vorkehrungen und einer guten Kommunikation können jedoch auch solche Herausforderungen gemeistert werden.