Wie kann man Besuche in Pflegeeinrichtungen sicher gestalten, ohne dabei die Gesundheit der Bewohner:innen zu gefährden? Diese Frage beschäftigt nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich. Während unser Nachbarland kürzlich neue Handreichungen vorgestellt hat, lohnt sich ein Blick auf die Strategien, die in Österreich verfolgt werden.

Die Herausforderungen der Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat die ohnehin schon komplexe Situation in Pflegeeinrichtungen weiter verkompliziert. Während Isolation und fehlende soziale Kontakte die Lebensqualität der Bewohner:innen stark beeinträchtigen können, ist der Schutz vor einer Infektion oberstes Gebot. Hier den richtigen Mittelweg zu finden, stellt eine Herausforderung dar, der sich sowohl deutsche als auch österreichische Einrichtungen stellen müssen.

Österreichs Ansatz: Flexibilität und lokale Anpassungen

In Österreich setzt man auf ein flexibles System, das den lokalen Gegebenheiten Rechnung trägt. Die Regelungen variieren je nach Bundesland und Infektionslage. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass Besuchskonzepte nicht nur hygienisch sicher, sondern auch menschlich ansprechend sind. Dies bedeutet, dass neben klaren Hygienevorgaben auch emotionale und psychologische Bedürfnisse der Bewohner:innen berücksichtigt werden.

Beispielsweise sind in vielen Einrichtungen Besuche im Freien oder in speziell eingerichteten Besuchsräumen möglich, die durch Plexiglasscheiben getrennt sind. Solche Maßnahmen ermöglichen es, den Kontakt zu Angehörigen aufrechtzuerhalten, ohne das Risiko einer Ansteckung zu erhöhen.

Technologie als Unterstützung

Ein weiterer Aspekt, der in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Einsatz von Technologie. Videoanrufe über Tablets oder Smartphones sind mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Pflegeeinrichtungen. Diese digitalen Lösungen können physische Besuche zwar nicht ersetzen, bieten jedoch eine wertvolle Ergänzung, insbesondere in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr.

Die Rolle der Pflegekräfte

Ein oft übersehener Aspekt ist die Rolle der Pflegekräfte bei der Umsetzung dieser Besuchskonzepte. Sie sind es, die die Maßnahmen im Alltag umsetzen und dabei oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen. In Österreich wird daher verstärkt auf die Schulung und Unterstützung des Pflegepersonals gesetzt, um die Umsetzung der Sicherheitskonzepte effizient zu gestalten.

Fazit: Der Balanceakt zwischen Sicherheit und Menschlichkeit

Die Herausforderung, Besuche in Pflegeeinrichtungen sicher zu gestalten, bleibt bestehen. Österreich zeigt mit seinen flexiblen und lokal angepassten Konzepten, dass es möglich ist, Sicherheit und Menschlichkeit unter einen Hut zu bringen. Der Vergleich mit dem deutschen Ansatz zeigt, dass es keine Patentlösung gibt, sondern dass Anpassungsfähigkeit und Innovationsgeist gefragt sind. Letztlich hängt der Erfolg dieser Konzepte nicht nur von den Vorschriften ab, sondern auch von ihrer Umsetzung vor Ort.