In Deutschland sorgt ein neuer Gesetzentwurf für Aufsehen: Leiharbeit in der Pflege soll eingeschränkt werden, um die Abhängigkeit von externen Arbeitskräften zu reduzieren. Aber wie sieht die Situation in Österreich aus? Auch hier ist die Pflegebranche auf Leiharbeit angewiesen, doch die Rahmenbedingungen und Herausforderungen unterscheiden sich teils erheblich.
Die Rolle der Leiharbeit in der österreichischen Pflege
In Österreich ist Leiharbeit in der Pflege ebenfalls ein gängiges Modell, um Personalengpässe zu überbrücken. Besonders in Pflegeheimen und Krankenhäusern, die oft mit knappen Personalressourcen arbeiten müssen, greifen die Einrichtungen auf Leiharbeitskräfte zurück. Diese Arbeitskräfte werden meist über Agenturen vermittelt und sind flexibel einsetzbar, was kurzfristige Ausfälle kompensieren kann.
Allerdings bringt das Modell der Leiharbeit auch Herausforderungen mit sich. Leiharbeitskräfte sind oft nicht in die bestehenden Teams integriert und kennen die spezifischen Abläufe der Einrichtung nicht, was die Qualität der Pflege beeinträchtigen kann. Zudem stehen sie unter hohem Zeit- und Leistungsdruck, was die Arbeitszufriedenheit und letztlich auch die Attraktivität des Pflegeberufs mindert.
Mögliche Maßnahmen und deren Auswirkungen
Wie in Deutschland, so wird auch in Österreich darüber diskutiert, wie die Abhängigkeit von Leiharbeit verringert werden kann. Eine Möglichkeit wäre, die Anreize für festangestellte Pflegekräfte zu erhöhen. Dazu könnten bessere Arbeitsbedingungen, höhere Gehälter und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten zählen. Auch eine gesetzliche Begrenzung der Leiharbeit könnte helfen, den Fokus wieder auf feste Anstellungen zu legen.
Ein solcher Wechsel könnte langfristig positive Effekte haben. Wenn Pflegekräfte fest angestellt sind, verbessert sich in der Regel das Betriebsklima, da die Mitarbeiter:innen besser integriert und motivierter sind. Auch die Patient:innen profitieren, da die Kontinuität der Pflege verbessert wird und sich die Pflegekräfte besser mit den individuellen Bedürfnissen der Patient:innen auskennen.
Ein Blick in die Zukunft
Es bleibt abzuwarten, ob Österreich ähnliche gesetzliche Schritte wie Deutschland beschreiten wird. Klar ist jedoch, dass die Pflegebranche sowohl in Österreich als auch in Deutschland vor großen Herausforderungen steht. Eine nachhaltige Lösung könnte darin bestehen, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und langfristige Beschäftigungsverhältnisse zu fördern. Dies wäre ein Gewinn für alle Beteiligten: die Pflegekräfte, die Einrichtungen und vor allem die Patient:innen.