In Deutschland sorgt das neue Krankenhauspflegeentlastungsgesetz derzeit für Aufsehen. Es verspricht, die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals zu reduzieren und mehr Ressourcen für Geburts- und Kinderstationen bereitzustellen. Doch wie sieht die Situation in österreichischen Krankenhäusern aus, und können wir von unseren Nachbarn lernen?
Der Status quo in Österreich
Österreichs Gesundheitssystem steht vor ähnlichen Herausforderungen wie das deutsche: Überlastete Pflegekräfte, lange Arbeitszeiten und ein steigender Bedarf an spezialisierten Dienstleistungen in der Geburtshilfe und Pädiatrie. Die COVID-19-Pandemie hat die Schwächen in der Infrastruktur und Personalplanung zusätzlich offengelegt.
Laut der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ist die Personaldecke in vielen Krankenhäusern dünn, was sowohl die Qualität der Versorgung als auch die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden beeinträchtigen kann. Speziell in der Geburtshilfe und Pädiatrie sind Maßnahmen zur Entlastung der Fachkräfte dringend notwendig.
Inspiration aus Deutschland?
Das deutsche Gesetz setzt auf eine Kombination aus finanziellen Anreizen und strukturellen Anpassungen. Es geht um mehr als nur Geld: Es soll auch die strukturellen Bedingungen verbessern, um den Beruf attraktiver zu gestalten. Österreich könnte von diesen Maßnahmen profitieren, indem ähnliche Ansätze geprüft werden.
Ein möglicher Ansatz für Österreich wäre, den Fokus auf die Ausbildung und Weiterbildung von Pflegekräften zu legen, um den Beruf langfristig attraktiver zu machen. Auch die Implementierung digitaler Lösungen könnte zur Entlastung beitragen, indem administrative Aufgaben automatisiert werden.
Weitere Schritte für Österreich
Österreich hat bereits Schritte unternommen, um die Situation zu verbessern. Projekte wie die 'Pflegeoffensive 2030' zielen darauf ab, die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern und die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Dennoch bleibt viel zu tun, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern und dem Bund, um eine einheitliche Strategie zur Entlastung des Pflegepersonals zu entwickeln. Die Erfahrungen aus Deutschland könnten hier als wertvolle Orientierung dienen.
Insgesamt zeigt das Beispiel des Krankenhauspflegeentlastungsgesetzes, dass politische Maßnahmen, die auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen abzielen, sowohl für das Personal als auch für die Patient:innen von großem Nutzen sein können. Österreich könnte von einem solchen Ansatz profitieren, um das Gesundheitssystem zukunftssicher zu gestalten.