Die Bedrohung durch antibiotikaresistente Keime ist eine globale Herausforderung, die auch Österreich nicht verschont. Immer häufiger hört man von Infektionen, die sich mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr behandeln lassen. Doch wie ist Österreich aufgestellt, um dieser Gefahr zu begegnen, und was kann jede:r Einzelne im Alltag tun, um das Risiko zu minimieren?
Strategien gegen resistente Erreger in Österreich
Österreich nimmt das Thema Antibiotika-Resistenzen sehr ernst. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat bereits eine Reihe von Maßnahmen etabliert, um die Verbreitung resistenter Erreger einzudämmen. Dazu zählen unter anderem strengere Hygienerichtlinien in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie der bewusste und kontrollierte Einsatz von Antibiotika in der Human- und Tiermedizin.
Ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Strategie ist die Überwachung von Antibiotika-Resistenzen. So gibt es das Österreichische Resistenzberichtssystem (AURES), das regelmäßig Daten zur Verbreitung resistenter Erreger liefert. Diese Daten helfen, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.
Prävention im Alltag: Was wir tun können
Auch im privaten Bereich gibt es einiges, was wir tun können, um die Ausbreitung resistenter Keime zu verhindern. Hier sind einige Tipps, die leicht umzusetzen sind:
- Hygiene beachten: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen, um Infektionen vorzubeugen. Auch eine gute Küchenhygiene, insbesondere beim Umgang mit rohem Fleisch, kann das Risiko verringern.
- Bewusster Antibiotika-Einsatz: Antibiotika sollten nur nach ärztlicher Verordnung und auch nur so lange wie notwendig eingenommen werden. Die unkritische Verwendung von Antibiotika trägt zur Entwicklung von Resistenzen bei.
- Impfungen nicht vernachlässigen: Impfungen können helfen, Infektionen zu verhindern. Dadurch wird der Einsatz von Antibiotika oft überflüssig.
- Gesunde Lebensweise: Ein starkes Immunsystem kann Infektionen besser abwehren. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sind daher essenziell.
Ein Blick nach Deutschland
Auch unser Nachbarland Deutschland hat ähnliche Herausforderungen zu bewältigen. Dort wurde ein 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung resistenter Erreger entwickelt, der unter anderem eine verbesserte Hygiene in Krankenhäusern und eine verstärkte Forschung zu neuen Antibiotika vorsieht. Der Austausch von Wissen und Strategien zwischen den Ländern ist dabei von großer Bedeutung, um europaweit erfolgreich gegen die Bedrohung durch resistente Keime vorzugehen.
Die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sowohl auf politischer als auch auf individueller Ebene sind Engagement und Bewusstsein gefragt, um diese Herausforderung zu meistern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.