Der Winter hat seine schönen Seiten – Schnee, klare Luft, ruhige Abende. Doch sobald die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt liegen, wird es gefährlich: Glatteis. Es entsteht oft unbemerkt, ist kaum sichtbar und gehört zu den häufigsten Ursachen für Stürze im Winter. Mit ein paar einfachen Regeln lässt sich das Risiko jedoch deutlich senken.

Warum Glatteis so tückisch ist

Glatteis entsteht, wenn Nässe auf dem Boden gefriert – etwa durch Regen, Tauwasser oder Nebel. Besonders gefährlich ist überfrierende Nässe, weil die Fläche oft aussieht wie normaler Asphalt oder Pflaster.

  • Gehwege und Treppen
  • Brücken und Unterführungen
  • Schattige Bereiche (z. B. unter Bäumen oder zwischen Häusern)
  • Einfahrten, Parkplätze und Hofbereiche

Gerade am frühen Morgen oder in den Abendstunden ist besondere Vorsicht geboten.

Die richtige Ausrüstung macht den Unterschied

Ein großer Teil der Stürze ließe sich mit passendem Schuhwerk vermeiden.

  • Rutschfeste Sohlen mit grobem Profil
  • Weiches Gummi statt harter Kunststoffsohlen
  • Fester Halt am Knöchel (z. B. knöchelhohe Schuhe)

Bei extremer Glätte können Schuhspikes oder Anti-Rutsch-Kappen sinnvoll sein – besonders für ältere Menschen oder längere Fußwege.

Sicher gehen: kleine Technik, große Wirkung

Auf Glatteis kommt es nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf Stabilität.

  • Kleine, flache Schritte
  • Füße leicht nach außen drehen
  • Oberkörper aufrecht halten
  • Hände frei lassen (nicht in den Taschen)

Tipp: Stell dir vor, du gehst ein bisschen wie ein Pinguin – das wirkt ungewohnt, ist aber erstaunlich effektiv.

Aufmerksamkeit schlägt Routine

Viele Stürze passieren aus Gewohnheit: Man geht „wie immer“, schaut aufs Handy oder ist gedanklich schon beim nächsten Termin. Besser ist es, bewusst langsamer zu werden.

  • Blick nach vorne und auf den Boden richten
  • Handy wegstecken
  • Lieber einen Umweg wählen als eine spiegelglatte Abkürzung

Besonders auf bekannten Wegen lauert Gefahr – gerade dort ist man oft unvorsichtig.

Hauseigentümer & Mieter: Verantwortung nicht vergessen

Wer einen Gehweg, eine Einfahrt oder einen Hauszugang nutzt oder besitzt, sollte rechtzeitig handeln:

  • Frühzeitig streuen (Splitt, Sand oder Salz – je nach Vorgabe)
  • Schnee nicht festtreten lassen
  • Besonders morgens und abends kontrollieren

Das schützt nicht nur andere, sondern kann auch Ärger vermeiden.

Was tun, wenn man doch rutscht?

Falls du ins Rutschen gerätst:

  • Versuche, nicht steif zu werden
  • Beuge leicht die Knie
  • Lass dich, wenn möglich, zur Seite oder auf das Gesäß fallen

Nach einem Sturz gilt: Schmerzen ernst nehmen und im Zweifel ärztlich abklären – besonders bei Kopf, Hüfte oder Handgelenken.

Fazit: Vorsicht ist kein Zeichen von Schwäche

Glatteis ist unsichtbar, schnell da und oft unterschätzt. Wer vorbereitet ist, aufmerksam bleibt und sein Tempo anpasst, kann das Risiko deutlich reduzieren. Lieber langsam und sicher ankommen als schnell und verletzt.

Bleib achtsam – und komm gut durch den Winter. ❄️