In den letzten Jahren hat sich der Markt für pflanzliche Lebensmittel rasant entwickelt. Immer mehr Menschen in Österreich entscheiden sich aus gesundheitlichen, ethischen oder ökologischen Gründen für eine Ernährung ohne tierische Produkte. Dennoch zeigt sich eine interessante Entwicklung in der Vermarktungsstrategie: Supermärkte und Hersteller betonen das Wort „vegan“ weniger stark auf ihren Verpackungen. Doch warum ist das so?

Die Macht der Worte

Bezeichnungen wie „vegan“ oder „vegetarisch“ sind zwar klar kennzeichnend, schrecken jedoch auch potenzielle Käufer:innen ab, die sich nicht mit diesen Ernährungsformen identifizieren. Viele Konsument:innen verbinden mit veganen Produkten höhere Preise oder einen besonderen Lifestyle, der ihnen möglicherweise fremd erscheint. Um diesem Vorurteil entgegenzuwirken, setzen Händler zunehmend auf neutrale Begriffe oder betonen andere Produktmerkmale wie „pflanzlich“, „ohne tierische Zutaten“ oder „rein pflanzlich“.

Strategie der Anpassung

Österreichische Supermärkte wie Billa, Spar und Hofer haben bereits reagiert und nehmen immer mehr vegane Produkte in ihr Sortiment auf, die nicht sofort als solche erkennbar sind. Diese Strategie zielt darauf ab, die Hemmschwelle beim Kauf zu senken und eine breitere Kundschaft anzusprechen. Besonders Produkte, die als Ersatz für Fleisch und Milchprodukte dienen, werden oft unauffällig als „pflanzlich“ gekennzeichnet, ohne das vegane Label prominent hervorzuheben.

Positive Auswirkungen auf das Kaufverhalten

Die subtile Vermarktung veganer Produkte scheint erste Erfolge zu zeigen. Studien deuten darauf hin, dass Konsument:innen offener für den Kauf solcher Produkte sind, wenn sie nicht explizit als vegan gekennzeichnet sind. Der Fokus auf Geschmack, Qualität und regionale Herkunft spricht eine breitere Zielgruppe an und fördert den Absatz.

Vorteile für die Umwelt und die Gesundheit

Neben der Gewinnmaximierung der Supermärkte bringt diese Strategie auch Vorteile für Umwelt und Gesundheit. Eine erhöhte Akzeptanz pflanzlicher Produkte kann langfristig den CO2-Ausstoß reduzieren und zur Förderung einer gesünderen Ernährung beitragen. Immer mehr Menschen könnten so motiviert werden, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, ohne sich gleich als Veganer:innen „outen“ zu müssen.

Österreichische Supermärkte stehen vor der Herausforderung, den Spagat zwischen authentischem Marketing und der Ansprache neuer Kundengruppen zu meistern. Die wachsende Akzeptanz veganer Produkte zeigt jedoch, dass ein diskreterer Ansatz durchaus erfolgreich sein kann. Die Zukunft der Lebensmittelkennzeichnung könnte damit in einer Balance zwischen Klarheit und Zurückhaltung liegen.