Der Gedanke an die Zukunft wirft bei vielen Menschen die Frage auf, wie sie die Pflege im Alter finanzieren sollen. Besonders für Eigenheimbesitzer:innen stellt sich die Sorge: Muss ich mein Zuhause verkaufen, um die Pflegekosten zu decken? Diese Frage ist nicht nur emotional belastend, sondern auch komplex, da sie eng mit den rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich verknüpft ist.
Rechtliche Grundlagen in Österreich
In Österreich gibt es das Pflegegeld, das Menschen mit Pflegebedarf finanziell unterstützen soll. Es wird in sieben Stufen gewährt und richtet sich nach dem Pflegeaufwand. Doch oft reicht das Pflegegeld allein nicht aus, um die tatsächlichen Kosten einer 24-Stunden-Betreuung oder eines Pflegeheims zu decken. Hier kommt das eigene Vermögen ins Spiel.
Grundsätzlich ist es so, dass das Pflegegeld unabhängig vom Einkommen oder Vermögen gewährt wird. Allerdings können Sozialhilfeträger im Falle von Unterbringungskosten in einem Pflegeheim auf das Vermögen der pflegebedürftigen Person zurückgreifen. Hierbei wird jedoch der sogenannte 'Vermögensschonbetrag' berücksichtigt, der derzeit bei rund 5.000 Euro liegt. Das Eigenheim, in dem die pflegebedürftige Person oder deren Ehepartner lebt, bleibt in der Regel unangetastet – zumindest solange es von einem der beiden bewohnt wird.
Wann droht der Verkauf des Eigenheims?
Ein Verkauf des Eigenheims kann dann relevant werden, wenn die pflegebedürftige Person ins Pflegeheim umzieht und kein Ehepartner mehr im Haus wohnt. In diesem Fall kann das Sozialamt verlangen, dass das Vermögen zur Deckung der Pflegekosten eingesetzt wird. Dies kann einen Verkauf des Eigenheims nach sich ziehen, um die anfallenden Ausgaben zu finanzieren.
Ist das Eigenheim jedoch im Besitz von Angehörigen, die dort weiterhin wohnen, kann eine Verwertung des Hauses vermieden werden. Auch die Übertragung des Eigentums auf die Kinder im Vorfeld kann eine Möglichkeit sein, hier ist jedoch Vorsicht geboten, da Schenkungen innerhalb eines gewissen Zeitraums ebenfalls rückgängig gemacht werden können, um Pflegekosten zu decken.
Finanzielle Vorsorge treffen
Um solchen Szenarien vorzubeugen, ist eine frühzeitige finanzielle Vorsorge wichtig. Eine Möglichkeit bietet die private Pflegeversicherung, die zusätzliche Leistungen abdecken kann. Auch das Ansparen von Vermögenswerten und Rücklagen kann im Pflegefall von großem Nutzen sein.
Ein weiterer Tipp ist, sich rechtzeitig mit der Familie zusammenzusetzen und über mögliche Szenarien und Wünsche zu sprechen. So können gemeinsam Entscheidungen getroffen werden, die im Einklang mit den Vorstellungen aller Beteiligten stehen.
Fazit
Die Pflegekosten im Alter sind ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Während das Eigenheim in Österreich bis zu einem gewissen Grad geschützt ist, gibt es Umstände, unter denen ein Verkauf notwendig werden könnte. Eine rechtzeitige Vorsorge und das Wissen um die rechtlichen Rahmenbedingungen können helfen, die bestmöglichen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.