Das Thema Krankenstand ist ein Dauerbrenner in vielen Organisationen und Unternehmen, und Behörden machen da keine Ausnahme. Besonders auffällig sind die Krankenstandsraten in öffentlichen Verwaltungen, die oft höher ausfallen als in der Privatwirtschaft. Doch wie verhält sich das in Österreich im Vergleich zu unserem Nachbarland Deutschland?

Ein Blick auf die Zahlen

In Österreich liegt der durchschnittliche Krankenstand in der öffentlichen Verwaltung regelmäßig über dem Durchschnitt der Privatwirtschaft. Ähnlich verhält es sich in Deutschland, wo Behördenmitarbeiter:innen tendenziell öfter krankheitsbedingt fehlen. Laut einer Studie des deutschen Bundesamts für Statistik haben dort Beschäftigte im öffentlichen Dienst deutlich mehr Fehltage als ihre Kolleg:innen in der freien Wirtschaft.

Mögliche Gründe für höhere Krankenstandsraten

Doch warum sind die Krankenstandsraten gerade in Behörden so hoch? Experten nennen verschiedene Gründe. Einerseits könnte der sichere Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst dazu führen, dass Angestellte weniger Druck verspüren, schnell an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Andererseits sind Behörden oft mit einem hohen Maß an Bürokratie und strikten Hierarchien konfrontiert, was zu Stress und Unzufriedenheit führen kann. Diese Faktoren können sich negativ auf die Gesundheit der Mitarbeiter:innen auswirken.

Österreichs Ansatz zur Gesundheitsförderung

In Österreich setzt man zunehmend auf Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die sowohl physische als auch psychische Aspekte abdecken, gewinnen an Bedeutung. Der öffentliche Dienst hat hier in den letzten Jahren aufgeholt und bietet vermehrt Präventionsprogramme an, um den Krankenstand zu senken.

Ein Blick über die Grenze: Deutschland

Auch in Deutschland wird auf Prävention gesetzt, jedoch mit einem etwas anderen Ansatz. Neben gesundheitsfördernden Maßnahmen legt man dort verstärkt Wert auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch flexiblere Arbeitszeiten und die Möglichkeit von Homeoffice.

Was kann man daraus lernen?

Vergleicht man die beiden Länder, wird eines deutlich: Beide verfolgen unterschiedliche Strategien, um die hohen Krankenstandsraten in ihren Behörden zu senken. Während Österreich stark auf Gesundheitsförderung setzt, werden in Deutschland strukturelle Anpassungen vorgenommen. Beide Ansätze zeigen, dass es keine einheitliche Lösung gibt, sondern dass verschiedene Maßnahmen kombiniert werden müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Für Österreich könnte es sich lohnen, auch die strukturellen Aspekte verstärkt in den Fokus zu nehmen, um den Krankenstand weiter zu reduzieren. Denn eines ist klar: Die Gesundheit der Mitarbeiter:innen sollte in jedem Fall an erster Stelle stehen.