Mode ist ein Ausdruck unserer Persönlichkeit, doch oft verbirgt sie dunkle Geheimnisse. In den vergangenen Jahren gerieten immer wieder große Modeketten in die Schlagzeilen, weil ihre Kleidung mit gefährlichen Chemikalien belastet war. Aktuell ist es der Onlinehändler Shein, der wegen Schadstoffen in seinen Produkten unter Beschuss steht. Doch was bedeutet das für Konsument:innen in Österreich?
Die unsichtbare Gefahr: Schadstoffe in der Kleidung
Viele Kleidungsstücke, die wir täglich tragen, sind mit Chemikalien behandelt. Diese sollen die Textilien haltbarer, bügelfreundlicher oder wasserabweisend machen. Doch einige dieser Substanzen, wie Weichmacher und sogenannte 'Ewigkeitschemikalien', stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Diese Chemikalien können unter anderem hormonelle Störungen hervorrufen, Allergien auslösen oder im schlimmsten Fall krebserregend sein.
Besonders besorgniserregend ist, dass einige dieser Stoffe nicht nur beim Tragen der Kleidung, sondern auch schon während der Produktion und Entsorgung in die Umwelt gelangen und diese belasten. Sie sind schwer abbaubar und reichern sich in der Umwelt und in Lebewesen an.
Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in Österreich
Österreichische Konsument:innen sind zwar zunehmend umweltbewusst, doch im globalen Modehandel ist es schwer, den Überblick zu behalten. Die in Österreich geltenden Grenzwerte für Schadstoffe in Textilien sind streng, doch der steigende Online-Handel bringt Herausforderungen mit sich. Produkte aus dem Ausland unterliegen oft weniger strengen Kontrollen, was dazu führen kann, dass belastete Kleidung in unseren Schränken landet.
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Schadstoffbelastungen sind vielfältig. Neben akuten Beschwerden wie Hautirritationen kann die langfristige Exposition gegenüber schädlichen Substanzen ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen. Zudem tragen diese Chemikalien zur Verschmutzung unserer Gewässer bei, da sie beim Waschen der Kleidung in die Umwelt gelangen.
Was können Verbraucher:innen tun?
Die gute Nachricht ist, dass Konsument:innen nicht machtlos sind. Achten Sie auf Qualitätssiegel wie das Österreichische Umweltzeichen oder das Bluesign-Siegel, die für umweltfreundliche und schadstoffarme Produkte stehen. Zudem ist es ratsam, Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen, um eventuelle Rückstände zu entfernen.
Ein bewussterer Umgang mit Mode, wie der Kauf von Second-Hand-Kleidung oder das Reparieren und Upcycling von alten Stücken, kann ebenfalls einen Unterschied machen. Indem wir weniger, aber dafür bewusstere Kaufentscheidungen treffen, tragen wir zur Reduzierung der Nachfrage nach schnell produzierter und potenziell schädlicher Mode bei.
Mode ist mehr als nur ein Trend. Sie ist ein Teil unserer Identität, aber auch unserer Verantwortung. Indem wir uns für eine nachhaltigere und gesündere Modewelt entscheiden, schützen wir nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Umwelt.