In Deutschland berichten Unternehmen erstmals seit Jahren von einer leichten Entspannung im Fachkräftemangel. Diese Entwicklung, die in einer aktuellen Ifo-Auswertung hervorgehoben wird, wirft die Frage auf: Wie ist die Situation in Österreich?

Der österreichische Arbeitsmarkt unter der Lupe

Auch in Österreich ist der Fachkräftemangel ein dominantes Thema. Laut dem Österreichischen Wirtschaftsbund und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sind zahlreiche Branchen betroffen, insbesondere IT, Pflege und Handwerk. Doch im Gegensatz zu Deutschland zeigt sich in Österreich kaum eine Entspannung. Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften bleibt hoch, was sowohl für Unternehmen als auch für die Wirtschaft als Ganzes eine Herausforderung darstellt.

Ursachen und Maßnahmen

Die Ursachen für den Fachkräftemangel in Österreich sind vielfältig. Zum einen spielen der demografische Wandel und die steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften eine Rolle. Zum anderen haben die Auswirkungen der Pandemie strukturelle Schwächen offengelegt. Die österreichische Regierung hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um gegenzusteuern. Dazu zählen Investitionen in Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Frauen in technischen Berufen sowie die Erleichterung der Einwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland.

Ein weiteres Instrument zur Linderung des Fachkräftemangels ist die Förderung von Digitalisierung und Automatisierung. Dies soll nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Anforderungen an bestimmte Qualifikationen verändern, sodass mehr Menschen in der Lage sind, offene Stellen zu besetzen.

Deutschland im Vergleich

In Deutschland wird die momentane Entspannung teilweise auf eine schwächere Konjunktur zurückgeführt. Weniger Aufträge bedeuten weniger Bedarf an neuen Arbeitskräften. Zudem spielt die verstärkte Integration von Geflüchteten und ausländischen Fachkräften eine Rolle. Doch Experten warnen, dass diese Entwicklung trügerisch sein könnte: Sobald die Konjunktur anzieht, könnte der Fachkräftemangel rasch wieder zunehmen.

Österreich könnte von den deutschen Erfahrungen lernen, indem es seine Bemühungen zur Integration von Arbeitskräften aus dem Ausland intensiviert und flexible Arbeitsmodelle fördert, um die heimische Erwerbsbevölkerung besser auszunutzen.

Fazit

Während Deutschland aktuell von einer leichten Entspannung im Fachkräftemangel berichtet, bleibt die Situation in Österreich angespannt. Die Herausforderungen sind groß, aber mit gezielten Maßnahmen und einer proaktiven Arbeitsmarktpolitik kann auch Österreich den Fachkräftemangel langfristig reduzieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche Strategien am erfolgversprechendsten sind, um den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken und die Wirtschaft nachhaltig zu stärken.